Pure Sangeslust am Seeufer

Das diesjährige Chortreffen des Sängerkreises OSL trumpfte vor allem mit Vielseitigkeit auf

Großkoschen Ein großes Fest der Sangesfreude haben mehr als 150 Sängerinnen und Sänger aus sechs Chören des Oberspreewald-Lausitz-Kreises am Sonntag im Amphitheater am Senftenberger See zelebriert. Gemeinsam mit ihrem Publikum haben die Chöre Lieder über das Leben, die Natur, die Liebe und natürlich auch über das Singen selbst angestimmt.

Der Stadtchor Lauchhammer eröffnete das diesjährige Chortreffen im Amphitheater
Foto: Steffen Rasche

»Wie ein stolzer Adler schwingt sich auf das Lied, dass es auch die Seele in den Himmel zieht . .« Diese Textzeile aus einem Lied, das der Männergesangverein 1883 Arnsdorf aus klaren Kehlen in die Zuschauerreihen schickte, beschreibt jene unbändige Freude, die das Sängerherz beim gemeinsamen Lied-Anstimmen empfindet. Von diesem Hochgefühl war während des Konzertes am Sonntag am Ufer des Sees jedenfalls eine Menge zu spüren. »Mit unserem Chorfest wollen wir den Spaß am Singen auch dem Publikum vermitteln und zeigen, wie bunt und vielseitig die Chorlandschaft in unserer Region ist«, sagte Heinz Schäfer, Vorsitzender des Sängerkreises Oberspreewald-Lausitz.

Dem regionalen Sängerkreis gehören derzeit insgesamt 18 Chöre aus dem Landkreis an, von denen sich sechs am Sonntag mit ihren Kurzprogrammen vorstellten. Seit 2005 gibt es die alljährlichen Chortreffen als Höhepunkt, bei denen immer andere Sängergruppen die Möglichkeit zum Auftritt bekommen. Für beste Licht- und Tonqualitäten sorgt dabei stets das Team des Theaters Neue Bühne. »Auf diese Begegnung der Chöre und den kleinen Konkurrenzkampf um die Gunst des Publikums freuen sich auch die Chormitglieder immer besonders«, weiß Schäfer, der im Konzertchor Senftenberg seine Stimme erklingen lässt.

In diesem Jahr stand die Veranstaltung zudem noch unter einem besonderen Stern: Der Brandenburgische Chorverband, unter dessen Dach die Sängerkreise organisiert sind, feiert 2010 sein 20-jähriges Bestehen - Grund genug, ein paar Liedlein mehr anzustimmen.

Und so bot das diesjährige Chorfest eine besonders bunte Mixtur der sängerischen Variationen von Volkslied bis Spiritual, von Opernchor bis Trink- oder Scherzlied.

Den Anfang im Reigen machte der Stadtchor Lauchhammer unter der Leitung von Sven Irrgang. Der Chor, der im vergangenen Jahr seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, überzeugte mit Liedern aus der Renaissance-Zeit ebenso wie mit dem »Hochzeitslied des Mückeleins«. Der Kammerchor der Musikschule OSL, der ebenfalls von Sven Irrgang angeleitet wird, machte mit einem interessanten Arrangement von »Can you feel the love tonight?« aus dem Film »König der Löwen« gleich noch neugierig auf eine andere Musikveranstaltung. Denn die Kreismusikschule wird am 1. Juli mit ihren Ensembles und Solisten einen ganzen Konzertabend im Amphitheater mit Film- und Fernsehmusiken gestalten. Dann ist der Kammerchor - ein kleiner, aber sehr junger und frischer Chor - auch in instrumentaler Begleitung zu erleben.

Der Männergesangverein 1883 Arnsdorf unter der Leitung von Rudi Zurek brachte mit dem bekannten deutschen Volkslied »In einem kühlen Grunde« als erster Chor ein Lied zum Mitsingen für das Publikum dar. Manche der Zuschauer stimmten einfach textsicher ein, andere summten zumindest die wohlvertraute Melodie mit.

Der Volkschor Schipkau, der in diesem Jahr noch seinen 115. Geburtstag feiern wird, zeigte sich ebenfalls vielseitig. Viel Applaus bekam vor allem die wunderschöne Chorversion von »The lion sleeps tonight«, die der Chor unter Leitung von Karl-Heinz Perlewitz darbot.

Mehr als 100 Titel hat der Konzertchor Senftenberg in seinem Repertoire - nur ein halbes Dutzend davon konnte er freilich am Sonntag anstimmen. Die Spanne reichte von Brahms' »Erlaube mir feins Mädchen« bis zum jiddischen »Tumbalalaika«. Den Abschluss des fast zweieinhalbstündigen Konzertes bildete der Männergesangverein 1846 Ruhland unter der Leitung von Michael Zumpe. Nach dem Jägerchor aus Carl Maria von Webers »Freischütz« ging das Konzert in ein großes gemeinsames Kanon-Singen mit dem Publikum über. Aus mehr als 300 Kehlen erschallte fröhlicher Ton.

Von Catrin Würz
 

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