Großes Konzert mit vier Chören

Traditionsgemäß singt der Konzertchor Senftenberg am vierten Advent im Bürgerhaus Wendische Kirche. In diesem Jahr ist außer dem Datum alles anders gewesen. Um nicht nur die Kreisstädter, sondern das Publikum aus dem ganzen Landkreis zu locken, hatten sich vier Chöre zusammengeschlossen – der Konzertchor Senftenberg, der Stadtchor Lauchhammer, der Kammerchor der Musikschule OSL und der Chor des Friedrich-Engels-Gymnasiums Senftenberg.

Foto: Rasche

Die Idee der gemeinsamen Konzerte an verschiedenen Orten war, mit reifen und jugendlichen Stimmen generationsübergreifend zu musizieren. Dabei entstanden ein besonderer Spannungsbogen und ein neuer Klang gegenüber den vergangenen Jahren. Die Mädchen mit engelsgleichen hellen Stimmen, die Jugendlichen im Tenor und Bass. Die älteren Chorsängerinnen und Sänger hörten respektvoll auf die Leistung der anderen und erfreuten sich in den Proben an der entstandenen Klangfülle. Für die meisten war das eine neue, sehr interessante Erfahrung.

So erfreuten sich die Zuhörer bereits in voll besetzten Kirchen in Lauchhammer, Ortrand und nun am vergangenen Sonntag in der Briesker Martin-Luther-Kirche.

Alle vier Chöre werden das ganzer Jahr von Sven Irrgang betreut. Im Konzert war er dann auch für die künstlerische Gesamtleitung zuständig. In seiner unnachahmlichen, intensiven Art, Auftritte vorzubereiten und Chöre mit Mimik und Fingersprache zu dirigieren, schafft er es immer wieder, Sänger und Publikum mitzureißen.

„Singt euch die Seele aus dem Leib, nehmt die Leute mit“, so motiviert Sven Irrgang. „Man muss das Leuchten in den Augen sehen, wenn Ihr singt. Denkt daran, ein strahlendes Gesicht ist schon ein halber Ton!“ Mit solchen Aufforderungen schwört er Jung und Alt aufeinander ein und erinnert daran, dass Musik eine Weltsprache ist, die man nicht verstehen muss, aber fühlen sollte.
Die einstudierte Chorliteratur konnte unterschiedlicher nicht sein. Leise und getragene Weisen, beschwingte, intensive oder kraftvolle Melodien wechselten sich ab. Dabei hatte jeder Chor neben den gemeinsam gesungenen Werken auchdie Möglichkeit, sich mit drei oder vier eigenen Liedern vorzustellen und damit die Verschiedenartigkeit deutlich zu machen. Als zum Schluss die Christmas-Suite nach dem „Messias“ von Händel aus 80 Kehlen erklang, kam es wie in Ortrand zu stehenden Ovationen.

460 Kirchenbesucher in Brieske erfreuten sich am Sonntag an diesem Experiment. Anette Winkler aus Senftenberg gefiel das abwechslungsreiche Programm sehr und sie freute sich, dass das sonst übliche sentimentale Klischee nicht bedient wurde. Martina Kuban und Olaf Schmidt aus Brieske ließen sich beeindrucken vom „Alleluja“ von Gordon Young, das leise beginnend immer kraftvoller werdend sich bis zu einem furiosen Ende steigert. „Einfach hinreißend!“, war ihr Resümee. Jan Schäfer, selbst ein ehemaliger Chorsänger, war überrascht, dass der Klang, also die Charakteristik eines jeden Chores so deutlich zu unterscheiden war. Das machte das Konzert für ihn besonders interessant.

Der Organist Benjamin Sawicki, Riccardo Gunder am Piano und Franz Blumenthal am Kontrabass begleiteten den Chor in einfühlsamer Weise. Darüber freuten sich alle Sängerinnen und Sänger ebenso wie über die großzügigen Spenden der Besucher nach dem Konzert und die gute Zusammenarbeit mit dem Technischen Direktor Axel Tonn vom Senftenberger Theater sowie der Kirchgemeinde in Brieske.

Martina Gregor-Ness setzte mit ihrer Meinung einen Schlusspunkt. „Nun wird Sven Irrgang im nächsten Jahr ein Problem haben, weil er mit dem heutigen Konzert neue Maßstäbe gesetzt hat.“

Von Gabriele Philipp

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